Heute war wieder einer dieser Tage (und das nicht einfach nur so dahergesagt). Ich habe mich gefühlt (eigentlich falsches Wort), als würde man mir einen Sack über den Kopf ziehen. Nicht gut, oder schlecht, sondern als wäre das ganze Leben so dumpf, wie Musik aus dem Nebenzimmer. Nicht einmal das Konzert konnte zu mir durchdringen. Im Nachhinein ist es eines der schlimmsten Gefühle die ich kenne, nämlich gar nichts zu fühlen (deswegen auch im Nachhinein) – und trotzdem weiß ich nicht, woran es liegt. Bis heute wusste ich auch nicht, wie ich da wieder rauskomme (eigentlich denkbar einfach) -
Eine wunderbare Abendnacht mit Mone und Clara, stundenlanges Philosophieren (großartig), Teetrinken und Schokolade spät in der Nacht. Und die richtige Musik ist auch sehr empfehlenswert ^^ (Wenn man bereits am wiederöffnen ist). Zu welchen Schlüssen kamen wir also:
Freiheit - großes Thema. Die Sache ist meiner Meinung nach die: Die meisten Leute glauben,
dass Freiheit sehr stark mit Selbstverwirklichung zu tun hat, d.i. das zu tun, was man will. Vergessen wird dabei oft, dass wir uns das, was wir wollen nicht aussuchen; es ist viel mehr eine Mischung aus Trieben und den daraus entstehenden Motiven d.h. unterbewusst. Um also in diesem Sinne frei zu sein, müsste das bewusste ordnende Denken mit unterbewussten Triebhandlungen konform gehen. Das wiederum bedeutet, man kann sich gar nichts mehr aussuchen, ist also per definitionem nicht mehr frei.
Denkfehler? Ich bin der Meinung es handelt sich durchaus um Freiheit, die meisten Menschen haben diesen Begriff jedoch unzulänglich definiert.
kleiner Auszug aus der Verhaltensforschung: Menschen haben keine Instinkte. Einer der größten Irrglauben, die ich kenne und ich kann es gar nicht oft genug betonen (^^): Menschen haben Triebe. Ein fundamentaler Unterschied, den erst dieser erlaubt uns – zu großem Teil – menschliches Handeln. Instinkte sind Verhaltensprogramme; evolutionäre Anpassungsmechanismen, die immer gleich ablaufen (z.B.: Paarungszeiten, Wanderverhalten etc.) um einen erfolgreichen Fortbestand der Art zu garantieren. Als instinktgesteuertes Wesen hat man keinen Einfluss auf sein Verhalten, kann also nicht reflektieren und muss seinen Instinkten folgen.
Menschen müssen das nicht.
Menschen haben Triebe, die nur verhaltensleitend wirken. Ein Beispiel:
Während Instinkte einem Tier sagen, wo, wie und wann es sich fortpflanzen soll – und das auch immer funktioniert – sagen Triebe einem Menschen nur, dass sie sich fortpflanzen sollen. Wie oder ob sie das überhaupt tun ist Sache des ordnenden Verstandes. Ein Beispiel? Das Zölibat illustriert diesen Punkt genau. Kein Tier kann sich entscheiden, seinem Instinkt nicht zu folgen. Wir Menschen können uns entscheiden, was wir tun. Das ist nicht wertend gemeint, denn genau der Punkt führt auch zu vielen Problemen, aber wir wollen nicht zu weit abschweifen.
Vegetarismus ist auf moralischer Ebene ein Zirkelschluss. (^^) Wer Vegetarier ist, weil er/sie meint, Tiere würden leiden, hat da ein Problem: Tiere fühlen Schmerz, das auf jeden Fall, aber dieser Schmerz löst nur eine Reflexreaktion aus (Fluchtmechanismus) nicht aber Leid, da Leid reflektiertes Erkennen des Schmerzes als solchen und dessen möglichen Auswirkungen ist. Dazu sind Tiere, soweit wir wissen, nicht in der Lage.
Nun interpretiert man also Tiere in die Leidposition (klassischer Antropomorphismus) und aufgrund dessen misst man ihnen moralische Wertigkeit zu. Streng logisch gesehen bezieht sich dieses Leid aber nur auf die Vermenschlichung des Tieres und diese wiederum auf das Leid selbst – Zirkelschluss.
Aber kein Grund zur Aufregung: Wer nicht will, dass Tiere seinetwegen Schmerz fühlen müssen, ist immer noch auf der sicheren Seite. Ein moralisches Argument gegen schmerzlose SChlachtung wird aber schwieriger zu finden sein. Die Moralitätsschwelle kommt hier voll zur Geltung. Da aber unsicher ist, was ich oben behauptete (nämlich, dass Tiere, soweit wir wissen, über kein reflektierendes Verständnis verfügen – mit Ausnahme vielleicht einiger weniger) muss dieser Schluss auch nicht unbedingt gelten – er ist jedoch sehr wahrscheinlich.
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Aber ich wollte ja niemanden den Boden unter den Füßen wegziehen.
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